Schon wieder länger her, dass ich mal etwas gepostet habe! Hat aber alles seine (sehr schönen) Gründe. 😉
Von meinem letzten Stopp in El Calafate ging die Reise weiter in Richtung Süden. Ein weiterer Grenzübergang war angesagt. Noch ein letztes Mal durch den extremen argentinischen Seitenwind und die mittlerweile altbekannte Pampa. Aber auch vorerst ein letztes Mal die unglaubliche weite genießen. Nach 180 Kilometern Fahrt hat sich der argentinische Wind sich am Zoll dann auch noch mal richtig von mir verabschiedet. Nachdem der Papierkram erledigt gewesen war und ich aufs Motorrad stieg fuhr ich los Richtung Chile und in dem Moment als der Zollbeamte die Schranke öffnete pustete es mich prompt vor die Füße des Zöllners. Mein erster Unfall – und jeder hats gesehen 😀 …wie peinlich.
Mit angeknackstem Stolz aber sonst bei voller Gesundheit ging die Fahrt weiter in die nächste Stadt Puerto Natales. Hier lernte ich an einem Samstagabend auch zum ersten Mal das chilenische Partyleben kennen. Es war ziemlich genial! An viel Details kann ich mich aber leider nicht mehr entsinnen….
Am nächsten Tag war auf jeden Fall an nichts anderes zu denken, außer sich zu entspannen.
Anfang Woche wollte ich mich auf jeden Fall um eine Fähre kümmern. Diese soll mich in fünf Tagen auf hoher See von Puerto Natales nach Puerto Mont bringen. Das Ticket kaufen am Morgen war noch das einfachste. Aber als ich nach 12 Stunden Bürokratie, hin- und hergehampel und massiven Sprachbarrieren tatsächlich auf meinem rostigen Kahn stand konnte ich es selbst fast nicht glauben aber dann endlich kurz durchatmen.
Fähren kannte ich davor ja schon, Korsika oder England – alles schon mal gemacht! Hier ist aber alles anders! Anfangen tut alles damit, dass man für sein Motorrad erstmal selbst Platz suchen muss und es dann auch gleich noch verzurren… Noch spezieller ist aber mein Schlafplatz. Den hab ich aus Kostengründen auf dem Gang gebucht. Der, der vor im in der Nische war hat mir dafür sein Müll stehen lassen und außerdem nahm noch ein alter Fernseher die Hälfte der Matratze ein. Aber noch besser hatte es meine Nachbarin. Die hatte noch ein Brötchen gefunden. Wie froh war ich doch, hatte ich meinen Schlafsack dabei und musste relativ wenig von all dem Matratzen und Decken Gedöns an Board berühren.
Das alles klingt jetzt erstmal ziemlich schrecklich. Aber das ganze ist mehr als vergessen, wenn ich daran denke was mir diese Schiffsreise alles vor mein Auge gebracht hat! Wunderschöne, von Menschen unberührte, Wälder auf kleinen Inseln dazwischen der Pazifik und immer wieder spektakuläre Sonnenuntergänge. Außerdem durfte ich zum ersten Mal in meinem Leben Wale in freier Natur sehen. Außerdem Robben, Pinguine, unglaubliche Vogelarten und und und. Einfach ein Traum. Und dazu absolute Ruhe von Handys. Denn Netz und WLAN war (zum Glück) außer Reichweite. Auch eine spezielle Erfahrung ist es bei starkem Wellengang zu duschen und dann völlig bleich und orientierungslos aus dem Bad zu torkeln oder beim Essen den Teller festhalten zu müssen weil er sonst im zehn Sekunden Takt von links nach rechts rutscht. Alles also wirklich eine spannende Erfahrung die es wert ist sie gemacht zu haben.
So viel zu meinem letzten Tagen! Ich hoffe euch gefällt der kleine Einblick. Bis bald und liebe Grüße an meine Freunde von der Insel Chiloe!












