Nachdem ich vor ein paar Tagen noch gemeinsam mit meinem Vater, Mages und Freunden die man kennengelernt hat in Valparaiso den wohl unvergesslichsten Geburtstag gefeiert habe, bin ich nun seit etwas mehr als einer Woche alleine unterwegs. Klingt natürlich sehr, sehr einsam. Das Gegenteil ist aber der Fall. Wenn man alleine unterwegs ist kommt man wesentlich öfter mit Menschen in Kontakt. Bis jetzt habe ich so auch nur positive Erfahrung gesammelt und beziehe damit Bilanz über meine ersten paar Tage „solo“.
Nach einer kurzen Verabschiedung in Valparaiso von meinem Vater und Mages ging es noch am gleichen Tag weiter in die Hauptstadt des Landes. In Santiago wollte ich mich als erstes um das Wohl meiner 450 Rallye kümmern. So steuerte ich also direkt auf eine KTM Werkstatt zu, die ich vorher im Internet ausfindig machte. Natürlich waren allen „KTMler“ von meiner 450er begeistert.
Nach kurzer Bitte war es für mich erlaubt einen Platz in der Werkstatt zu benutzen was mich wirklich erstaunt hat, die Angestellten Mechaniker genau so. Sowas hatte es vorher wohl nie gegeben. Ein kleiner Junge auf einer Rallye Replica, der durch das Land reist und es vorzieht den Service selbst zu erledigen und sich um sein „Baby“ zu kümmern. Die Crew von KTM Chile ist wirklich sehr nett, dass bemerkte ich schnell. Nicht nur, dass ich meinen Service kostenlos in ihrer Werkstatt erledigen durfte, nein mir wurde gleich noch ein Hostel gesucht, ich wurde zum Abendessen und Bier eingeladen und für den nächsten Tag, vom Chef persönlich, gleich noch zu einer großen Ausfahrt durch die Anden eingeladen, off-roading natürlich.
Am nächsten morgen um halb neun also auf zum KTM Stützpunkt wo mich schon wahnsinnig viele Leute erwarteten und sich freuten das ich an „ihrer“ Ausfahrt teilnehme. Viele kannten mich bereits da ich am Vortag dem chilenischen Motorrad-Mediahouse „Mototematicos“ ein Interview geben durfte über meine Reise. Vielen Dank nochmal für die Hilfe und Unterstützung Ari-Dan, Piña, Ignacio, Jorge, Felipe und dem Rest der KTM Chile Crew! 🙂
So könnt ihr euch also ein Bild davon machen, wie alleine ich die Tage war. 😄
Die Tour durch die Anden war super. Genau mein Geschmack, mit einem super Motorrad durch unglaubliche Landschaften zu brettern. Enduro der besonderen Art. Schade für mich war nur, dass ich wenig Zeit hatte um anzuhalten und Bilder zu machen. Deshalb fällt die Bilderauswahl bei diesem Blogbeitrag eher etwas mager aus. Aber ich gelobe Besserung!
Ansonsten ist es nun schon länger her das ich etwas von mir habe hören lassen. Das hat eigentlich nur einen Grund und zwar, dass ich mir eine Woche „Urlaub von Urlaub“ nahm und mich in einem feinerem Hostel unterließ, mich dort mit Leuten traf die ich unterwegs kennenlernte und mich dort ein paar Tage zu gutem Essen, einem guten Bett und den Vorzügen der Stadt habe verleiten lassen. Sogar an Meeresfrüchte und Fisch habe ich mich wieder heran getraut und ja. Mir läuft jetzt noch das Wasser im Mund zusammen wenn ich an mein letztes fangfrisches Thunfisch Carpaccio denke.
Anfang nächster Woche gibt es dann noch neue Reifen für mein Motorrad und die Reise geht weiter in Richtung Norden. Nach meiner aktuellen Planung will ich über den Norden Chiles durch die Atacama und dann nach Bolivien reisen.
…aber da ich hier von einem Tag auf den anderen lebe kann sich noch vieles ändern an meinen Plänen. Ich werde berichten…





