Hier stehe ich nun also. Verschwitzt, hungrig, durstig und mutterseelenallein in der trockensten Wüste der Welt. Und ich war noch nie glücklicher in meinem Leben! Endlich mache ich genau dass, wonach ich schon so lange gestrebt habe – und es fühlt sich so gut an, dass es ist nicht mit Worten zu beschreiben ist.
Das Gefühl mit dem Motorrad ab von der Straße, in die Dünen der Wüste zu fahren und einen Platz zu suchen um sein Zelt aufzuschlagen ist grandios. Noch nie habe ich irgendwo so eine Ruhe wahrgenommen, noch nie war ich so weit weg von allem Trubel und noch nie habe ich das Gefühl meiner schier grenzenlosen Freiheit so genossen wie in dem Moment meiner ersten Nacht im Zelt in der Atacama.
Ich könnte noch etliche Zeilen darüber schreiben wie wahnsinnig es für mich ist dieses Gefühl wahrzunehmen… aber eben! Es ist schwierig in Worte zu fassen. Aber es ist großartig, genau so wie meine letzten Tage in denen ich von santiago bis nach San Pedro de Atacama gefahren bin.
Nach einem kurzen, traurigem Abschied von einem Menschen den ich sehr, sehr lieb gewonnen habe in Santiago ging es am gleichen Tag noch weiter in Richtung Illapel.
Ein guter Freund den ich auf meiner Reise kennenlernen durfte hatte mir für die nächsten Tage eine atemberaubende Route durch wunderschöne Gegenden heraus gesucht und so machte ich mich immer weiter auf den Weg in Richtung Norden.
Ein, zwei weitere knappe Situation auf meiner Rallye habe ich zum Glück überstanden als ich in einem einspurigem, unbeleuchtetem Tunnel plötzlich in einem tiefen Wasserloch verschwand und nur mit aller letzter Kraft noch irgendwie heraus kam…
Ein paar Kilometer später in einem weiterem Tunnel wie diesem, nur dieses Mal auch mit Kurve, sodass man nicht hindurch sehen konnte kam plötzlich unverhofft Gegenverkehr, der sich recht wenig um angepasste Geschwindigkeiten scherte. Kurz vor der Kollision war er zum Glück doch zum stehen gekommen und nach kurzem heftigen gestikulieren war er dann auch bereit die paar Meter rückwärts aus dem Tunnel zu fahren und ich konnte wieder weiter…
Glück gehabt!
Und so veränderte sich Kilometer für Kilometer die Gegend um mich herum immer mehr von Grossstadt, zu Dörfern, von Dörfern zur Steppe und schließlich von der Steppe zur Wüste. Es ist toll wenn man auf dem Motorrad sitzt und bei der Veränderung der Natur um einen herum bemerkt wie weit man tatsächlich schon gefahren ist.
Ein weiterer toller Moment war es, als ich letztens auf Grund von Müdigkeit eine Art Zwangspause machen musste um etwas zu essen und zu trinken. Als ich die Hauptstraße verließ um in einer größeren Stadt ein Restaurant anzupeilen, sah ich auf der Restaurantterrasse eine Bekannte sitzen die ich vorher schon, als ich noch mit meinem Vater und Mages unterwegs gewesen bin kennengelernt habe. So wurde aus einem „Zwangsstop“ ein cooler Nachmittag im Park der Stadt an der man wiederum viele Leute kennengelernt hat und sich austauschen konnte, was in der Zwischenzeit so passiert war. Die Welt ist klein und wunderschön 🙂
Am nächsten Tag ein weiterer atemberaubender Moment, speziell für mich, war es die „Mano del Desierto“ oder „Big deserts hand“ zu erreichen. Eine Riesen Hand inmitten der Wüste. Eigentlich nichts spezielles, hätte ich nicht vor Jahren mal ein Bild von einem Motorradfahrer gesehen der vor dieses Hand stand und ich mir damals schwor: „Irgendwann bin ich dort auch mit einem Motorrad.“ Und so hatte ich einen weiteren sehr emotionalen Moment auf meiner Reise und setzte mich ein paar Minuten vor die Hand und ließ die letzten Wochen nochmal Revue passieren bevor ich schließlich das für mich sehr wichtige Beweisfoto schoss!
So viel zu meinen letzten paar Tagen. Ich hoffe euch allen geht es mindestens so gut wie mir! Bis bald und liebe Grüße
David 🙂








Hallo David, vielen Dank für deine Postkarte, wir haben uns sehr gefreut. Gerne lesen wir deine spannenden Berichte und sind froh, dass du deine Reise so genießen kannst. Es macht viel Lust auf die Menschen und Länder in Südamerika. Lass es dir gut gehen – wor denken an dich! Liebe Grüße – auch an die KTM – Silvia und Jogi
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