Aber natürlich habe ich nicht nuuuur getrunken und gegessen… 😉
Danach ging es für mich früh morgens weiter in Richtung Tatio Geysir. Etwas mulmig war mir schon… das erste mal sollte es auf 4400 Meter Höhe gehen. Etwas paranoid, weil alle nur von Höhenkrankheit sprachen, habe ich mich jedoch, so scheint es mir im Nachhinein, ausreichend mit Cocatee, Cocabonbons und Cocablättern eingedeckt. Von der Höhe spürte ich nichts aber allgemein war ich sehr, sehr gut drauf. 😄
Das einzigste das ich spürte in der Höhe war, dass meiner Rally etwas von der nötigen Luft fehlte. So wurde ich je höher das ich kam je langsamer um all die schönen Spitzkehren und Kurven.
Aber all das wurde mehr als nur entschädigt als ich den Sonnenaufgang an den dampfenden und sprudelnden Geysiren sah. Einfach unbeschreiblich…
Noch am gleichen Tag stand ein Grenzübertritt nach Bolivien vor mir. Mir war etwas mulmig zu Mute, da ich von anderen Motorradreisenden nicht viel gutes über das fahren und reisen mit dem Moped in Bolivien gehört habe.
Leider hat sich das dann, am Anfang zumindest, bestätigt.
Der Grenzübertritt war noch das einfachste. Leider musste ich dann aber auf bolivianischer Seite feststellen das mein GPSsystem hier schlichtweg nicht funktionierte… nicht so schwer dachte ich mir, nach Uyuni, meinem Tagesziel führte vom Zoll aus nur eine Straße. Laut Landkarte jedenfalls.
Als ich dann doch gleich nach der Grenze eine Weggabelung entdeckte, entschied ich mich den Zöllner nach dem rechten Weg zu fragen. Hundertfünfzig Kilometer später, auf der schlechtesten Piste die ich auf meiner Reise je hatte musste ich feststellen, dass der Gute mich wohl absichtlich in die falsche Richtung lotste… als es dann auch noch anfing zu Gewittern wie verrückt war meine Laune natürlich auf dem Höhepunkt. 200Km Umweg wurden dann in Uyuni auch noch damit belohnt, dass man mir kein Benzin verkaufen wollte. Nur für Bolivianer hieß es an zwei Tankstellen in Uyuni, die dritte verkaufte mir dann Benzin jedoch für den vierfachen Preis. So viel also zu meinem Start in Bolivien 😄
All das vergaß ich jedoch schnell als ich am nächsten Tag die Salzwüste in Uyuni sah. So etwas wie das habe ich noch nie gesehen, und werde ich wahrscheinlich auch nie wieder wo anders sehen. Es ist als blickte man in die Unendlichkeit und man könnte jeden Moment ins nichts fallen, würde man noch einen Schritt gehen! Ich sage es oft… „unbeschreiblich“ aber es trifft zu. Das zu erleben, zu sehen und das Gefühl, dass man dabei hat ist schlichtweg unbeschreiblich.
Aktuell bin ich auf dem Weg Richtung Osten. In Sucre, einer der schönsten und gepflegtesten Städte die ich bis jetzt auf der Reise gesehen habe, rächte sich dann die katastrophale Straße an mir und meiner Rally. Auf den schlechten Pisten erwischte ich wohl ein Schlammloch und der klebrige Dreck zerstörte die Dichtringe meiner Gabel und Öl tropfte auf meine Bremse… Die erste Panne seit zwölftausend Kilometern in Südamerika. Zum Glück kenne ich meine Maschine und hatte die nötigen Ersatzteile dabei um in einer Hinterhofgarage in Sucre alles wieder in Ordnung zu bringen.
Nach Sucre wurde endlich alles wieder grüner, und der Wald und die Berge erinnern mich schon sehr an Regenwald. Jedenfalls stelle ich mir diesen so vor! Wunderschöne Bäume, Lianen, Sträucher, Büsche und seltsame Vögel und Tiere. Eine Wohltat fürs Auge wenn man ca. zwei Wochen nur die Brauntöne der Wüste sah 😄 leider habe ich von dort nicht all zu viele Bilder, da der Regenwald seinem Namen alle Ehre machte und es mich dermaßen verregnet hat, als stünde ich mit meinem Motorrad unter einem Wasserfall.
Dank Enduristan Taschen und Rukka Anzug blieb aber zum Glück alles trocken! 😊👌
So viel zu meinem Trip bis jetzt. Wenn alles so klappt wie vorgestellt schreibe ich das nächste mal hoffentlich aus Brasilien…
Liebe Grüße und bis bald! 🙂
David

















