Ihr habt bestimmt gemerkt, dass ich schon Ewigkeiten nichts mehr von mir habe hören lassen und ihr habt euch euren Teil gedacht…Und ja es stimmt 😄 ich werde faul ohne mein Motorrad. Nach meinem letzten Post habe ich mich tatsächlich nur noch einmal auf meine Rally gesetzt, um mit meinem Cousin Henrique eine Endurotour durch die riesigen Kaffeeplantagen, Wälder und Berge von Minas Gerais zu machen.
Es macht aber nichts, dass Motorrad einfach mal stehen zu lassen. In den Ort Boa Esperança habe ich mich verliebt und von Langeweile gibt es hier auch keine Spur. Ob man sich jetzt einfach im Garten meiner Tante zurücklehnt und den Äffchen zuschaut, die versuchen das Essen vom Tisch zu klauen, sich die Papageien auf die Schultern setzt um ihnen Blödsinn beizubringen, ein bisschen das schon in die Jahre gekommene Haus repariert oder ein bisschen in die „Creche“, das Kinderheim meiner Tante, geht um mit den Kiddies zu spielen.
Und wenn man auf dem Grundstück tatsächlich mal genug gesehen hat für einen Tag geht man raus in die Stadt. Die Menschen hier sind herzlich und freundlich, am großen See unten in der Stadt trifft man sich um zu plaudern mit Freunden die man mittlerweile kennengelernt hat.
Es gibt immer etwas zu tun.
Aber natürlich hat sich seit dem mein Freund Petit hier ist auch einiges geändert und es ist in der kurzen Zeit schon wieder unheimlich viel witziges und spannendes passiert, über das es sich zu berichten lohnt!
Nachdem im ich mich auf meiner Reise das erste mal in einen Bus gesetzt habe um weiter zu reisen, taten mir als aller erstes die ganzen Leute leid, die ich auf meinem Trip kennenlernte und nur mit dem Bus durch Südamerika reisen. Gott Lob gibt es für mich das Motorradfahrern. 😄🙌
Angekommen in Sao Paulo gab es dann das ersehnte Wiedersehen mit meinem Freund Petit, den ich am Flughafen traf um mit ihm später den Mietwagen abzuholen den wir für unseren dreiwöchigen gemeinsamen Trip haben.
Danach kämpften wir uns durch den verrückten Verkehr der Millionenstadt und suchten unseren Weg nach Carrancas, wo wir die „Hütte“ eines Freundes, Luciano, bewohnen durften.
Luciano war immer sehr minimalistisch als er von seinem Anwesen in den Bergen von Carrancas erzählte… und so waren Julian und ich sehr angenehm überrascht als wir nach langer Fahrt endlich ankamen.
Lucianos Grundstück beherbergt nicht nur ein wunderschönes Haus mit einer unbeschreiblichen Aussicht sonder auch ein paar Wasserfälle und wunderschöne Wälder und Tiere. Die nächsten Nachbarn sind… naja es gibt sie eigentlich gar nicht.
Ihr merkt… es ist unbeschreiblich schön.
So schön, dass wir uns fast schon selbst überreden mussten das Grundstück zu verlassen, um die anderen Attraktionen von Carrancas zu besichtigen. Aber wenn man vor den unglaublichen Wasserfällen steht und aus dem Staunen und Bewundern nicht mehr heraus kommt, weiß man warum man sich auf den Weg gemacht hat.
Einen kleinen Unterbruch meiner Begeisterung gab es als ich einen Tag im Spital in Carrancas verbringen musste. Längst vergessen hatte ich doch, dass ich einmal als Kind allergisch auf einen Bienenstich reagiert habe… und so passierte es doch tatsächlich, dass ich auf einer Tour durch die Zilda-Wasserfälle von so einem Mistvieh gestochen wurde und überall am Körper anschwoll wie ein Hefeteig. Mit einem noch nie da gewesenen Juckreiz und Beschwerden aller unschöner Arten ging es also ins Krankenhaus.
Die hatten zum Glück gleich ein Antiseptikum parat und nach zwei Spritzen und einer Infusion war ich schon wieder ganz der alte… 😄 🐝
Einen Tag später ging es für uns beide mit dem Auto weiter nach Ibitipoca. Dort wollten wir den State Parc anschauen, den uns Luciano empfohlen hatte.
Es war wohl die spannendste Wanderung die ich je zurück gelegt hatte…
Nicht nur vorbei an unglaublichen Panoramen und Wasserfällen, nein auch durch riesige Höhlen, durch die man zum Schluss kriechen musste um weiter zu kommen. Aber für jede Anstrengung wurde man reichlich durch unglaubliche Naturschauspiele belohnt.
Am Ende des Tages hatten wir mehr als 22 Kilometer durch die Berge und Täler des Parks zurück gelegt und die Knochen und Muskeln schmerzten wie verrückt, außerdem waren wir nass bis auf die Knochen da sich in der letzten Stunde unserer Wanderung heftiger Regen eingestellt hatte 😄
Ebenfalls auf unserem Reiseplan stand die Stadt „Sao Tomé des las letras“ eine sehr Alternative- man würde sagen Hippiestadt. So gaben wir uns also eine Nacht dem Hippieleben mit all dessen Vorzügen hin und hatten es sehr lustig… 😉
Heute schreibe ich euch wieder aus Boa Esperança. Und ich fühle mich ein bisschen bestätigt, denn nicht nur ich liebe diesen Ort, auch mein Freund petit ist begeistert. So schalten wir also einen Gang runter und genießen Boa.
Bis bald und euch allen eine mindestens so gute Zeit wie mir!
Liebe Grüße aus Brasilien… 🙂
















