Reisen im Jahre 2021 ist bestimmt von Corona – grenzen schließen und öffnen, hier ein Impfpass, dort eine Einreiseanmeldung.
Glück hat man nur, wenn man dem Trubel von grossen Städten und deren Touristenmeilen so wie so entfliehen möchte. Es gibt für mich nicht viel schlimmeres als in irgend einem Touri-Hotspot zu enden und dort im Restaurant eine Abgewetzte Speisekarte übersetzt auf Deutsch, Englisch und Italienisch zu bekommen obwohl man sich gerade in Spanien befindet…
Glück ist – das Abenteuer zu lieben und Zeit zu haben um zu experimentieren. So wie zum Beispiel an dieser alten Grenzstrasse zwischen Frankreich und Spanien die wohl nur wenige Einheimische kennen und uns vor Ort auch so empfohlen wurde.

Für uns ging die Reise am 22.Juli 2021 los. Mittlerweile schon ein eingespieltes Team, bereiten Jú und Ich unseren Defender vor. Die Technische Seite übernehme ich – Verpflegung und Kulinarik geht an Jú. Von Griessen aus Starten wir in Richtung Genf wo wir auf dem La Barillette bei Mondschein unser erstes Nachtlager aufschlagen. Auf unserem Skotti-Grill bereiten wir das Abendessen vor. Mit einem Glas Wein und dem unterdessen Traditionellen Gläschen “Röteli” genießen wir die Aussicht.

Am Nächsten Morgen erwartet uns ein reiner Fahrtag über Frankreichs A9. Wir wollen Spanien erreichen. Am späten Nachmittag erreichen wir “La Jonquera” ein hässliches Grenzstädtchen zwischen Frankreich und Spanien. Bekannt vor allem wegen Prostitution und Gewalt… Nach dem Aufdieseln machen wir uns schnell aus dem Staub. Wir fahren ein Stündchen landeinwärts und finden ein gemütlichen Campingplatz. Dort treffen wir die ersten Gleichgesinnten. Ein deutsches Paar, ebenfalls mit einem Defender 110, trifft kurz nach uns ein. Es herrscht ein reger Austausch. Defender Fahrer verstehen sich meistens gut…
Am nächsten Tag führt uns die erste richtige Off-road Passage immer weiter ins Landesinnere. Ständig nahe der Spanisch-Französischen Grenze. So schaukeln wir über grobe Felspassagen und Waldwegen den Weg immer Weiter in Richtung unseres ersten Etappenziels Andorra.

I Like…
In Andorra angekommen traue ich meinen Augen kaum als wir die Erste Tankstelle passieren… Wie herrlich wenn man beim auftanken noch mehr als einen Liter Kraftstoff für den Euro bekommt.
Wir genießen den Abend und die Nacht in einem guten Restaurant in Andorra de la Vella und genießen die Vorzüge der Stadt an diesem Tag in vollen Zügen… Restaurant, Bar und ein schickes Hotel um auszuschlafen und eine Warme Dusche zu genießen.
Am nächsten Tag soll es in Richtung Pic Negre (2’642m) gehen. Dort in der Nähe befindet sich am Ende eines alten Militärpfades ein altes VW T1 Büschen. Dieses wurde dort oben wohl mal Aufgestellt um Zielübungen zu machen. Völlig durchlöchert, ausgebrannt und zerschossen bietet sich eine außergewöhnliche Möglichkeit für Fotos.

Das grosse Abenteuer lies auf dem Rückweg ins Tal nicht lange auf sich warten. Das Wetter schlug binnen wenigen Minuten um und heftiger Regen und Wind schlugen uns entgegen. Die Sicht war quasi Null. Zum Glück zeichnete das GPS den hinweg genau auf und wir konnten so ohne viel zu sehen den Weg zurück genau abfahren. Einige verlorene Motorradfahrer waren heilfroh uns zu sehen und folgten uns zurück in sicherere Lagen.

Die Woche die wir für unsere Pyrenäen-Exkursion geplant hatten neigte sich langsam dem Ende entgegen. Wir genossen die letzten Tage auf der Französischen Seite der Pyrenäen und genossen die Natur bei Wanderungen und hatten Spass in einem genialen Hochseilgarten der durch eine enge Schlucht gespannt war. Adrenalin pur auf bis zu 65 Metern (!) Höhe.

So ging langsam aber sicher unsere Reise der Heimat entgegen. Am letzten Tag erwarte uns nochmal ein Fahrtag. 1’150 Km hatten wir vor uns… Triste Autobahn…
Früh morgens um vier Uhr machte ich mich aus dem Bett unseres Defenders, lies Jú aber noch schlafen…
Kilometer um Kilometer bahnte ich mir den Weg Richtung Heimat, genoss gute Musik und war mir bei spätestens der Hälfte des Weges sicher. Für die nächste Reise müssen es neue Sitze sein für unseren geliebten Defender 😉
Stay tuned für mehr technische Updates!
Liebe Grüsse und Dankeschön fürs lesen und mitreisen,
David & Juliane