Über Washington D.C. nach Florida

Bevor ich dir über unsere Eindrücke und Erlebnisse unsere letzten paar Tage in den Vereinigten Staaten erzähle holen wir dich kurz in die Gegenwart und geben ein Update zum Stand der Dinge in Sachen Defender:
Wir kamen am Montag den 23. Oktober 2023 in Montevideo, Uruguay an um unser Auto abzuholen. Leider hatte unser Frachtschiff, die Grande Nigeria Verspätung. Anstatt wie geplant am 24. Oktober einzulaufen wurde es der Abend des 26. Leider ein Donnerstag – das heisst für uns konkret, dass wir bis in die kommende Woche warten müssen bis Zolldokumente und alles weitere abgefertigt wird. Übers Wochenende läuft nämlich gar nichts am Zoll. Mit der Abholung wurden wir daher auf den 1. November vertröstet – wir sind zuversichtlich, dass das klappt. Haltet die Daumen für uns gedrückt. Wir vertreiben uns unterdessen die Wartezeit in Buenos Aires – was auch nicht gar so schlecht ist. 😉 Aber dazu wirst du hier noch viel zu lesen bekommen. Nun also zurück in die USA:

Angekommen in Washington!
Unseren letzen Tag in New York verbrachten wir unter anderem damit herauszufinden, dass mit dem Zug fahren in den USA keine einfache Sache ist… wie aus der Schweiz oder Deutschland gewohnt, dachte ich, ich könnte morgens gemütlich ein Ticket lösen für den Zug der am Abend von New York nach Washington fährt. Fehlanzeige – die Züge sind schon Tage vorher ausverkauft. Einzige Möglichkeit ist ein Ticket der First Class – Kostenpunkt pro person 580,- Dollar. Vielleicht hätte es auf der dreistündigen fahrt eine Massage, Kaviar und Dom Pérignon gegeben… mir persönlich war das aber definitiv zu teuer um es herauszufinden. Also kam die nächstbeste Alternative zum greifen – the one and only GREYHOUND BUS…
Als wir unseren beiden Amerikanischen Begleitern von unsere Planänderung erzählten löste das vor allem Kopfschütteln aus – und ich muss zugegebenermaßen sagen… das Entsetzen von Luca und Dave haben sich ein bisschen in mir widergespiegelt als wir an der „Haltestelle“, wenn man das so nennen darf, angekommen sind.



Über unsere Busfahrt nach Washington könnte man einen eigenen Blogeintrag machen – so viel seltsames haben wir gesehen und ist passiert. Abgesehen von den extremst unfreundlichen Chinesen die dich in jeder ihrer Handlung spüren lassen, dass du einen Dreck für sie Wert bist, die doch sehr ausgefallenen mitreisenden oder eine etwa 300 Pfund schwere schwarze Amerikanerin die von ihrem Rolator aus die Polizei rief, da sie nicht einverstanden damit gewesen ist, dass ihr Ticket ungültig war – sie kaufte es leider für den vorangegangenen Tag. Schlussendlich blieb aber zu sagen, wir kamen pünktlich mitsamt Gepäck in Washington an!
Washington ist kaum zu vergleichen mit New York – kaum ein Gebäude ist so hoch wie die niedrigsten Wolkenkratzer der Metropole New York. Interessant ist jedoch, das man an jeder Ecke das Gefühl hat diesen Ort schon mal gesehen zu haben – und tatsächlich: Nach ein bisschen nachdenken merkt man, dass man diese Ecke in diesem Film schon mal gesehen hat und jene in einem anderen. Für unseren ersten Tag in Washington standen natürlich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf dem Plan. Das Weiße Haus, das Washington Monument, Abraham Lincoln, das Capitol alle Memorials der bekanntlich vielen Kriege die die Amis schon hatten… Am ersten Tag ergab es sich also, dass wir zu Fuß um die 15 Kilometer zurückgelegt hatten. Die Parkanlagen sind beeindruckend schön und riesengroß.









Müde und mit schweren Beinen glitten wir ins Bett. Am nächsten Tag ging die Tour weiter und wir besuchten den berühmten Friedhof von Arlington. Eigentlich ein viel zu schöner und friedlicher Ort, wenn man bedenkt, dass die meisten die hier liegen unfreiwillig und wegen irgendeinem Krieg hier gelandet sind. Der Friedhof ist voll mit Veteranen, die ihre gefallenen Kameraden besuchen – trotz allem weht das Gefühl von ungebremsten Nationalstolz in der Luft. Auf mich wirkt diese ganze Szenerie sonderbar und löst etwas Unbehagen in mir aus. Wir beide sind recht still als wir durch die Gassen des Friedhofs laufen und denken uns beide unseren Teil.






Nach den vielen gesammelten Eindrücken in Washington ging es tags drauf mit dem Flieger nach Florida – unsere vorerst letze Station in den USA. Dort angekommen, kamen wir bei unserem Kollegen Luca unter – er hat eine schöne Wohnung am Stadtrand von Orlando. Abgesehen von einer Luftmatratze die gegen Morgengrauen gerne mal Luft verlor, waren wir bestens versorgt und hatten eine wunderbare Zeit mir Freunden, die Juliane schon lange Zeit nicht mehr gesehen hatten.
Ich persönlich war vor allem froh mal wieder weit abseits der Großstadt zu sein. Mit unserem gemieteten Elektroflitzer erkundeten wir zu dritt die Naturparks der Umgebung. Eine gute Freundin von Juliane, Nayara, ist extra angereist um Zeit mit uns zu verbringen.
Die Reihenfolge unseres ersten Ausfluges in die Wildniss war genau richtig – hätten wir die Tour nämlich anders herum gemacht wären wir nämlich bestimmt niemals in den schönen Gewässern des Kelly Parks schwimmen gewesen. 😉



Nach unserem schönen Badeausflug ging es nämlich direkt in den nächsten Park. Hier bekamen die Warnschilder, die vor Alligatoren und Schlangen aller Art warnen nämlich mit voller Breitseite ihre Wirkung.
Innert fünf Minuten zu Fuß auf dem Black Bear Wilderness Trail sahen wir Aligatoren, Schlangen, Vögel aller art, dutzende Insekten, Rehe und allerlei Getier das kreucht und fleucht. Für mich war das ganze Abenteuer pur – Juliane hatte ihre liebe Mühe auf Tuchfühlung mit den Tieren zu gehen. Jedoch muss ich ehrlicherweise zugeben, dass auch mir nicht mehr ganz wohl war als der erste Aligator mit gut über einem Meter fünfzig unseren Pfad kreuzte.










Der Black Bear Wilderness Trail wäre eigentlich ein fast acht Meilen langer Rundgang. Lieben gerne wäre ich diesen Trail fertig gelaufen und hätte Flora und Fauna weiter auf mich wirken lassen. Leider haben wir uns aber zu spät auf den Weg gemacht und mit einsetzender Dämmerung und der spürbar steigenden Aktivität der Alligatoren entschlossen wir uns rechtzeitig Kehrt zu machen. Zum krönenden Abschluss stand Juliane auf eine Schlange – zum Glück keine giftige oder große. Dennoch verlieh das der vermeintlichen Gefahr ganz schön Nachdruck.
Unvergessen bleibt auch, das wir Balkon aus einen Raketenstart der SpaceX mitverfolgen konnte. Für mich völlig surreal – so stehen wir da und starren in den Himmel. Und trotz der Entfernung von fast hundert Kilometern hören wir das Rauschen der Rakete am erhellten Nachthimmel.

Und so ging auch unsere Wunderbare Zeit in den Vereinigten Staaten zu Ende. Unsere Tasche jetzt schon vollgestopft und Eindrücken aus diesem total verrückten und total konträrem Land durfte für mich persönlich zum Abschluss aber eine Sache auf keinen Fall fehlen für die „All American Experience“.
Es ging nicht etwa in irgendein Disneyland oder Universalstudio wie man in Orlando vermuten könnte – nein für mich musste es unbedingt noch auf eine Shooting Range gehen. Was für eine bizarre Welt für sich, doch zugegebenermaßen, ich hatte Spass wie verrückt und das grinsen in meinem Gesicht lässt sich glaube ich nicht bestreiten. 😉

Der Shooting Range Officer war ziemlich verblüfft wie so ein Tourist dermaßen gut trifft – ich schwieg und grinste in mich hinein. 😉


So vergingen also die ersten zehn Tage unserer Reise wie im Flug. Wir verbrachten wirklich tolle Tage mit Freunden, schlossen neue Freundschaften und sind voll mit Eindrücken, die ich eigentlich nicht unbedingt erwartet hätte zu sammeln. Danke Luca und Nayara für eure Zeit mit euch und nicht zuletzt: Thank you USA for having us. 😉
Weiter geht die Reise nun mit dem Flieger in Richtung Uruguay – es wird höchste Zeit den Defender abzuholen!
Am 30. Oktober mit allerliebsten Grüssen von uns geschrieben, derzeit in Buenos Aires – Argentinien:
David & Juliane
Ihr macht’s richtig. Man lebt nur einmal. Genießt die Zeit Grüße Dirk
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