Seit 2018, also nunmehr schon fast gute fünf Jahre, reisen wir mit unserem Defender über die Straßen und Wege Europas. Genau so lange hegen wir den Plan damit einmal den Südamerikanischen Kontinent zu bereisen.
In diesen fünf Jahren ist so einiges gegangen an unserem Wagen, steht’s mit der Idee im Hinterkopf einmal unsere Große reise zu Starten.

Seit gut einem Jahr steht auch fest, dass es für unseren Defender im September 2023 in den Container in Richtung Montevideo, Uruguay geht. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste ist, was für ein Wettlauf gegen die Zeit beginnen würde.

Nicht nur wurden viele Umbauten überdacht, es wurde auch so einiges Neugestalten. Schließlich soll unser Defender für sechs Monate unser Heim werden.
Viele Fragen stellen sich: Wie kommt unser Defender nach Südamerika, was für Dokumente sind nötig, welche Route wählen wir? Ausserdem stellt sich die Frage wie zu Hause dann alles weiter gehen wird? Wer kümmert sich um unsere Wohnung? Was ist mit Versicherungen und so weiter zu tun.
Zum Schluss blieb eine unendlich lange Liste – die mir persönlich fast unmöglich abzuschließen erschien – und dennoch! Während ich diesen Text in die Tastatur hämmere sitze ich im Flieger nach New York.
Während sich die meisten Leute fragen würden was an Kleidung und Lebensmitteln einzurechnen ist lag bei mir als Mechaniker natürlich der Fokus auf dem Werkzeug und den Ersatzteilen. Ganz zum Leidwesen meiner Frau die deswegen eine Menge Platz für “Ihre” Sachen einbüßen musste.



Zum Glück wurden wir uns am Ende einig. Jedoch glaubte ich meinen Augen selbst nicht so ganz als ich am grossen Tag des Finalen Packens sah, was alles in unser “kleinen” Defender passen sollte:

Alle Listen nochmal gecheckt, sicher sein das nichts vergessen ging, Dokumente nochmals im Doppel ausgedruckt und im Wagen versteckt, alles montiert und gesichert ging es also auf die vorerst letzt grosse Fahrt in Europa. Nämlich von Griessen nach Hamburg.
Und selbst nach dem Finalen Einladen könne wir noch nicht so recht glauben, dass es bald los gehen soll.

Mit einem etwas mulmigen Gefühl mache ich mich am 21.September also auf den Weg nach Hamburg. Zugegebenermaßen setzt das Gewicht unserem Lande etwas zu. Man merkt er ist träge und braucht (noch) länger zum Beschleunigen als sonst. Aber dennoch lässt er sich nichts anmerken und reißt die 800km nordwärts problemlos runter.
Im Hafen angekommen geht’s dann plötzlich ruckzuck – Hecktisch bringen enorme Stapler Container von links nach rechts, von oben nach unten und von hinten nach vorne. Mittendrin ich, planlos und immer irgendwie im Weg wie es scheint.
Schnell eilt ein Kenianischer Hafenarbeiter herbei und winkt mich schnell zu sich. “Place car here, your container ist coming sir.“ Gesagt getan:

Und soll er reinpassen fragte ich mich? Und recht sollte ich haben… Damit die Oberkante vom Dachträger nicht ansteht musste mein Gewicht auf der Heckleiter nachhelfen.
Verladen uns verzurrt schloss sich die Luke des vierzig-fuss-containers. Quasi wortlos schlossen der Hafenarbeiter und sein Kollege die Tür. Plombe dran und weg waren sie. Im Eilschritt ging ich ihnen nach und fragte nach meinen Dokumenten. Grinsend fragten Sie: “documents? What documents 21st century my friend… everything ist digital now. You may will receive an email soon! Good luck on your trip”




So stand ich da nun also mit leeren Händen, ohne Defender und ohne irgendein Dokument das besagt, dass ich unsere „Häuschen“ abgeliefert habe. Mit mulmigen Gefühl gehts also an die Landungsbrücke. Auf den schock erstmal die Hamburger „Pflichtlektüre“.

So ganz ohne Auto sass ich also da, trank mein Bier und dachte daran was uns bald alles bevorsteht! More to come 😉
(Geschrieben am 12.Oktober 2023 – Tag 1 unserer Reise)
Ist ja super,
wir beneiden euch.
Bärbel und Pepi
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Wouh, schon der Beginn tönt spannend und nervenaufreibend. Geniesst die Reise, ich reise in Gedanken mit.
Herzliche Grüsse, Astrid und Rolf
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