Für unsere Panamericana Reise war es für dieses Mal wirklich nicht der Plan schon wieder nach Brasilien zu reisen. Da wir fast jeden Jahresurlaub in diesem majestätischen Land verbringen und wirklich schon viele Ecken und Regionen erkunden konnten, musste es für dieses Jahr also etwas ganz besonderes sein.
Auf unserer Reise durch Argentinien und Bolivien lernten wir zwei Paare kennen, die von unglaublichen Sichtungen und Erfahrungen erzählten, die sie entlang einer fast schon Sagenumwobenen Route im größten Sumpfgebiet Brasiliens, dem Pantanal, machten.
Unser lange geheim gehaltener Plan:
Julianes Familie durfte von unserem Vorhaben nichts erfahren, denn wir planten eine grosse Überraschung in Sao Paulo. Dazu später aber mehr.
Zusammen mit unseren Kanadischen Freunden, die wir in Cusco wiedergetroffen haben, und einem weiteren deutschen Paar, sollte es in zehn Tagen in das über 3300 Kilometer entfernte Brasilianische Städtchen Poconé gehen. Von dort aus über die berühmte Strasse MT-060, oder bekannter unter der „Transpantaneira“ weiter bis nach Porto Jofre. Dort wartete ein so genanntes Push-Boat auf uns, welches uns, unserer Freunde und ein Haufen Rinder über den Rio Paraguay bis nach Corumbá shippern soll.
So weit so einfach… jedoch spielten einige Faktoren von Anfang an gegen uns und wir mussten genau abwägen ob dieses Wagnis überhaupt realisierbar ist für uns:
1. Die Transpantaneira ist eine Lehmstrasse. Es ist Regenzeit in Brasilien. Von den einheimischen hören wir immer wieder, die Strasse sei schlichtweg nicht passierbar wenn es regnet. Egal ob 4×4, 6×6 oder 8×8. Der Lehm sei im nassen so schmierig das jegliches Fahrzeug schlichtweg von der Piste rutscht. Zur Unterstreichung dieser Aussage bekommen wir jehnste Bilder von solchen Geschehnissen geschickt.
2. 3’300 Kilometer gegen die Zeit. Wir wissen nicht genau wie die Strassenverhältnisse sind jenseits der peruanischen Grenze. Und in Peru selbst haben wir schon festgestellt, dass wir nicht mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 50 Km/h rechnen müssen.
3. Eine Fahrt nach Porte Jofre, dem Örtchen an dem wir mit dem Boot ablegen sollen, ist eine Fahrt ins Blaue. Unseren „Kapitän“, wenn man ihn so nennen mag, kennen wir nicht. Wir müssen einen Teil der Reise im voraus bezahlen und wissen nicht worauf wir uns einlassen.
4. 127 hölzerne Brücken in teilweise desolaten Zustand gilt es auf der Transpantaneira zu überwinden. Für uns persönlich nicht allzu problematisch, auch nicht für unsere Kanadischen Freunde und ihrem Chinook-Toyota. Jedoch für unsere Freunde Tomma und Julian die im 12 Tönner MAN Lastwagen unterwegs sind. Die Brücken sind für fünf Tonnen zugelassen.
5. Zu guterletzt darf man nicht ganz ausser Acht lassen, dass in Brasilien momentan eine Dengue und Gelbfieber Epidemie aufflammt. Wie gut das es in einem Sumpfgebiet kaum Moskitos gibt…
Warum wir uns trotzdem für dieses Wagnis entschieden haben?
Das Pantanal Sumpfgebiet lockt mit einer Dichte und Vielfalt an Tieren und Pflanzen wie man sie nirgendwo sonst finden kann. Es wurden alleine im Gebiet des Pantanal bereits über 650 Vogelarten registriert. Für mich am besondersten ist, dass es dort die größte Dichte an Hyazinth-Aras gibt. Diese sind die größten Papageien der Welt. Außerdem gibt es hunderte Säugetiere. Zu den wichtigsten gehören: Tapire, Capybaras, Ameisenbären, Gürteltiere, Affen und für uns das spektakulärste – Jaguare und Pumas. Es ist quasi ein Zoo ohne Gehege.
Für meinen Geschmack ist das ganze Vorhaben genau mein Ding. Abenteuer, Ungewissheit, Risiko und die Notwendigkeit zu improvisieren.
Nach längerem planen, Meinungen einholen und abwägen in Cusco entscheiden wir uns also zu dritt dazu die Reise zu starten und mit unserem über 3000-Kilometer Sprint zu beginnen.

Phase 1: Sprint Cusco – Poconé
Immer noch etwas traurig, weil der Besuch auf dem Machu Picchu für uns wegen des Streiks ins Wasser gefallen war, beschlossen wir zusammen mit Matthew und Stacey wenigstens noch zwei andere berühmte Sehenswürdigkeiten in Peru zu besuchen. Zuerst ging es für uns zu den Salzpfannen von Maras und gleich darauf nach Vinicunca, dem Berg der für seine sieben Farben bekannt ist. Tomma und Julian im MAN Truck hatten diese Orte schon besucht und fuhren voraus in Richtung brasilianischer Grenze. Wir würden sie später einholen.
Leider riss unsere Pechsträhne in Peru nicht ab… wegen viel Regens in Maras waren die sonst strahlend weißen Salzpfannen braun und voll mit Dreck… auf dem auf 5200 Höhenmeter gelegenen „montaña de siete colores“ hatte es in der Nacht vor unserer Anreise geschneit. Aus den sieben Farben wurde somit leider nur eine, nämlich Schneeweiß. In Peru lies uns das Glück leider etwas im Stich in den letzten Tagen die wir dort verbracht haben. Die „letzte“ Fahrt durch die Anden, bevor es ins niedrigere Brasilien geht, war trotzdem herrlich und bleibt in Erinnerung. Extrem war vor allem der letzte Abstieg von über 4000 Höhenmetern auf beinahe Meeres-Level. In unter zwei Stunden Fahrt vom Schnee in den Regenwald. Ein Temperaturunterschied von knapp 30 Grad Celsius. Nicht nur beim plötzlichen Zugewinn an Leistung an unserem Defender hat sich das bemerkbar gemacht, sondern auch ganz schön an unserem Kreislauf.






Trotz der plötzlichen Hitze freue ich mich sehr endlich wieder im satten Dschungelgrün zu sitzen. Einmal mehr stelle ich fest, dass ich doch eher der Wald-Mensch als der Berg-Mensch bin. Zumindest wenn es sich um längere Aufenthalte handelt.
Der Regenwald macht seinem Namen alle Ehre. Angekommen in unserem Nachtlager im Peruanischen Örtchen Quince Mil regnet es wie aus Eimern. Nach den totenstillen Nächten auf über 4000 Metern Höhe genieße ich das Konzert der tausenden Grillen, Käfern und Vögeln. Morgens werde ich von einem Äffchen geweckt, dass über unser Auto springt. Ich liebe den Dschungel.
Viel Zeit zum genießen bleibt uns an dem schönen Camp leider nicht. Die 3000Km werden nicht von alleine weniger.
Kaum aus den Andenhöhen hinuntergefahren werden auch die Straßen plötzlich wieder gerade und die Qualität des Asphalts nimmt zu. Wir machen an diesem Tag ordentlich Strecke und fahren fast 400 Kilometer bis kurz vor Iñapari, wo wir die Grenze nach Brasilien überschreiten wollen. Hier treffen wir auch Julian und Tomma wieder, die mit ihrem MAN Truck vorausgefahren waren. Wir genießen den Pool und ein kühles Bier, bevor es früh morgens im Dreierverbund in Richtung Grenze weiter geht.

Der Grenzübergang nach Brasilien verlief schnell und einfach. Fast schon stolz auf mein „zweites Heimatland“ fangen Juliane und ich an, unseren Freunden alles neue in Brasilien zu erklären und zu zeigen. Logisch gibt es in der ersten Nacht in Brasilien zur Heranführung in diese „neue“ Kultur von uns frisch zubereiteten Caiphirinha und Açai-Eis. Wir haben trotz des ständigen „Kilometerfressens“ eine wunderbare Zeit zusammen und genießen die gemeinsamen Stunden am Abend mit gemeinsamen Kochen und Abendessen und natürlich fehlt es nie an kühlen Bier, Caiphis und spannenden Gesprächen.


Die Brasilianer wissen es, Touristen zu empfangen. Wo wir hinkommen werden wir mit Neugier aufgenommen. An den Tankstellen werden Fotos mit uns gemacht, wo wir hinkommen werden Fragen gestellt und es werden Instagram Kontos ausgetauscht. Es freut mich, wie einfach und schön es ist, hier zu Reisen.

Unserem Defender tun die Langstrecken Fahrten gut. Der Motor läuft rund und hat Kraft, der Dieselverbrauch hält sich trotz Maximal eingeschalteter Klimaanlage in Grenzen und wir mach jeden Tag zwischen drei- und vierhundert Kilometer. Während sich unser Landi wirklich tapfer durch den heißen Asphalt frisst, machen sich an Matthew‘s und Stacey‘s Toyota plötzlich Vibrationen bemerkbar. Nach kurzem aufbocken der Hinterradachse stellen wir Höhenschlag an der Kardanwelle fest. Als ich mir die Finger an den Kreuzgelenken verbrenne, ist der Fall klar. Die Kreuzgelenke sind durch.

Das Glück jedoch, war wieder einmal auf unserer Seite. Es hätte für diesen Defekt nämlich kein besserer Zeitpunkt kommen können. Einige Kilometer vorher, viel mir am Straßenrand eine grosse Werksatt auf, die auf der Wand ein riesengroßes Logo mit einer Kardanwelle aufgemalt hatte. Zurück gekrochen, in Richtung dieser Werkstatt begrüßte uns der Kompetente Chef uns mit den Worten: „Willkommen, hier hören eure Probleme auf“. Und tatsächlich… innerhalb von drei Stunden zimmerten die Mechaniker aus etlichen Einzelteilen eine Nagelneue, verbesserte Kardanwelle. Für die Ersatzteile und den Arbeitsaufwand der zum Teil zu fünft am Auto werkenden Mechaniker musste Matthew gerade einmal 1000 R$ bezahlen. (Ca. 200€) Das schmieren und Kontrollieren der Kardanwellen an unserem Defender machten sie gratis mit. Ein Trinkgeld lehnte er ab. Über das kühle Bier als Dankeschön haben sich trotzdem alle gefreut.
Da wir in den letzten Tagen deutlich schneller vorangekommen sind, als wir es im Voraus geplant hatten, gönnten wir uns für die nächste Nacht ein etwas schöneres Nachtlager als die mittlerweile zur Gewohnheit gewordenen Tankstellen und Rastplätze. Wir fuhren weg von der Hauptstrasse in Richtung eines Wasserfalls dessen Schönheit kaum in Worte zu fassen ist. Nicht einer, gleich zwei Wasserfälle stürzen gegenüberliegend in ein Schwimmbecken mit kristallklaren Wasser. Die Abkühlung ist herrlich, Matthew und ich überlegen uns, ob es sich nicht lohnen würde hier eine kleine Bar zu eröffnen und den Rest des Lebens heir Caiphis zu verkaufen und in der Hängematte zu schlafen…
Auf jeden Fall wären wir hier noch einige Tage geblieben, würde die Zeit nicht etwas drängen.






Auch kündigte sich unser Näherkommen ans Pantanal durch die immer vielfältiger werdende Tierwelt an. Plötzlich fliegen Aras durch die Gegend wie bei uns zu Hause Spatzen. Fußspuren lassen auf erste Jaguare deuten, in beinahe jedem Baum sitzen Äffchen und schauen gespannt unserem Treiben zu. Nur noch zwei Tage trennen uns von Phase zwei unsere Reise und wir erreichen Poconé.
Phase 2: Die Fahrt durch den Sumpf – TRANSPANTANEIRA
Angekommen in Poconé können wir alle unser Glück kaum fassen. Wir sind tatsächlich alle hier und das auch noch vor unserem Zeitplan. Die Stimmung ist ausgelassen und Freude herrscht. Der Start unseres eigentlichen Abenteuers steht vor der Tür und lässt unsere Erwartungen auch von Anfang an nicht zu kurz kommen.
Kaum sind wir aus dem Örtchen Poconé gefahren hört der Asphalt auf und links und rechts der Lehmstrasse eröffnet sich uns pure Schönheit. Aus dem nichts erscheinen hunderte Kaimane, Capybaras, Emus und unzählige weitere Tiere. Wir sind absolut sprachlos und genießen im Safari-Tempo was sich links und rechts von uns darbietet. Ich komme mir vor wie in einem Dokumentarfilm, nur das ich in Wirklichkeit nicht vor dem Fernseher sitze, sondern einfach aus dem Fenster unseres Landis schaue.












Für die 127 Brücken und circa 130 Kilometer der Transpantaneira lassen wir uns zwei Tage zeit und tuckern im Safari-Tempo vor uns hin. Wir saugen die unglaubliche Natur regelrecht auf und sind schlichtweg sprachlos. So etwas haben wir im Leben noch nie gesehen und ich werde wahrscheinlich noch eine ganze Weile brauchen um all das realisieren zu können.
Wieder einmal war das Glück auf unserer Seite… denn in den zwei Tagen, in denen wir über die Transpantaneira gefahren sind, fiel nicht ein Tropfen Regen. Noch mehr Glück hatte Fridu, der MAN-Truck, denn alle Holzbrücken die auf 5-Tonnen zugelassen sind hielten die 12 Tonnen ohne weiteres aus oder es gab eine Umfahrung. Selbst ich war angesichts der Holzbrücken manchmal im Zweifel ob das gut geht. Angekommen in Porto Jofre war die Erleichterung allen anzumerken. Und als hätte es keinen besseren Zeitpunkt gegeben prasselte nachdem wir unser Camp am Ende der Transpantaneira aufgeschlagen plötzlich ein Sinnflutartiger Platzregen auf uns nieder.








Am späten Nachmittag, als der Platzregen sich gelegt hatte, machen wir uns zu Fuß auf die Suche nach unserem Boot. Und tatsächlich, am Ufer des Rio Paraguay ist die „Laura Vicuna“ festgemacht. Erleichterung macht sich breit… wir wurden nicht über den Tisch gezogen. Wie vereinbart, ist unser Kapitän zur Abholung bereit. Fast zumindest… Zuerst müssen noch die Vieh-Gatter demontiert werden und Platz geschafft werden für unser Trio. Wir vereinbaren, dass morgen um acht Uhr geladen wird.

Unsere Nacht in Porto Jofre würde ich als sehr speziell bezeichnen. Nachdem sich der Campingplatzbesitzer an uns gewannt hat, mit der Warnung, dass nachts ein Jaguar über den Platz streift, der sich schon zu sehr an Menschen gewohnt hat, war der Schlaf ohnehin eher seicht. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich mich zu Tode erschrocken habe, als wir nachts um drei Uhr plötzlich aufgewacht sind, weil das ganze Auto schaukelte und ich aus unserem offenen Dachzelt ein tiefes Schnauben höre. Mir blieb wortwörtlich die Luft weg beim Gedanken, dass sich gerade ein Jaguar an unserem Auto zu schaffen macht. Nachdem ich mich ein Paar Sekunden gesammelt habe, stellte ich fest, dass sich zum Glück kein Jaguar an unserem Auto befindet sondern lediglich ein Wasserbüffel an unserem Reserverad kratzt und reibt. Ich konnte mir das Lachen nicht mehr verkneifen. Als ich den Büffel durch Pfeifen und Schubsen vom Dachzeltfenster aus dazu bewegen möchte nun weiterzuziehen, wird unser Nachbar Matthew wach. Er kann sich vor lachen ebenfalls nicht mehr halten, als er mich sieht den unbeeindruckten Wasserbüffel zu verscheuchen. Erst als ich mit einer Zeltstange auf ihn eindresche verzieht er sich langsam. Jedoch nur, um uns noch drei weitere Male in dieser Nacht zu besuchen.

Phase 3: Das Push-Boat nach Corumbá
Ganz ohne Zutun vom Caiphirinha am Vorabend wachen wir früh morgens etwas Verkatert auf. Mit Schlaf war nicht viel los in unserer „Büffel-Nacht“.
Wie mit dem Kapitän abgemacht sind wir pünktlich um acht Uhr fertig fürs Verladen. Unterdessen hatte ich vergessen, dass wir in Brasilien sind und Zeitangaben nur ungefähre Richtlinien sind und man sich genau so gut am Sonnenstand wie an einer Uhr orientieren kann… Um acht Uhr hatte unser Kapitän immer noch alle Hände voll zu tun, die Gatter zu demontieren. Außerdem hatte er vergessen, dass er flussaufwärts noch weitere Ladung löschen muss. Er käme „umgehend“ zurück. Als knapp drei Stunden später immer noch nicht zurück war, wurde ich langsam nervös. Kurz bevor die Stimmung gänzlich kippte tauchte er aber plötzlich doch noch auf. Gegen Mittag waren wir tatsächlich auf dem Boot. Freude herrscht.



Als unser Boot ablegt ist die Stimmung ausgelassen. Eine herrlicher Wind hält uns einigermaßen abgekühlt und noch besser: er hält uns alle Mücken und Stechgetier vom Laib. Das Gatter der Plattform bleibt offen und wir haben freie Sicht voraus in die unglaublichen weiten des Rio Paraguay. Einzig die starke Sonne macht sich bemerkbar als sich der Hautton von allen in ein glänzendes Garnelen-Rot verwandelt.
Sogar drei Mahlzeiten werden uns auf dem Boot serviert. Ich fühle mich wie auf einem Kreuzfahrtschiff, nur viel besser. Und was könnte die Krönung sein für ein solch ereignisreichen Tag? Wir sehen unseren ersten wilden Jaguar, der gemütlich vor uns her durch den Fluss schwimmt. Ich kann bis jetzt noch nicht fassen, was ich da gesehen und Fotografiert habe.


Am Abend legen wir am Rande einer Rinder Farm an und bewundern einen irrsinnig schönen Sonnenuntergang bevor es nach einer ausgelassenen Runde Caiphirinhas und Gin Tonics schließlich in unsere erste Nacht auf dem „Kutter“ geht. Der nächste Tag startet recht gemütlich. Die Rinder, die geladen werden sollten, sind noch nicht fertig. Ebenfalls nicht die Laderampe oder sonst irgendetwas. Wie hätte man auch ahnen sollen, dass das Schiff, dass die Rinder mitnehmen soll tatsächlich am ausgemachten Tag erscheint… 😉
Als die Rinder dann tatsächlich geladen wurden war ich sogar als eher hartgesottener Jäger-Sohn etwas desillusioniert von der Härte und Brutalität wie die Rinder mit Stockschlägen, Hieben und zu guter letzt mit Elektroschocks auf die Enge Plattform getrieben werden. Natürlich machten die Rinder das nicht einfach so mit, und leider lag am nächsten morgen eins schon Tot zwischen seinen Artgenossen. Ich denke jedoch, dass sind Dinge die man einfach akzeptieren muss hier in Brasilien. Die Bauern hier mitten im nirgendwo sind harte Hunde und haben es von ihren Vätern und Uhrgrossvätern schon nicht anders gelernt.
Wir versuchen über das Rinder Verladen hinweg zuschauen und genießen Tag zwei unserer Reise, an dem ich ebenfalls meinen Geburtstag feiern konnte. Definitiv ein herrliches Geburtstagsfest, der sich extrem von allen anderen Geburtstagen differenzierte die ich jemals gefeiert habe. Angefangen vom Piranha-Angeln mit improvisierten Blechbüchsen-Angelrouten, gab es von unseren Freunden sogar Kuchen, reichlich Getränke und ein super cooles Fest bis spät in die Nacht, für welches ich sehr dankbar bin! Happy 29…







Leider geht es nach einer weiteren Nacht und einem Tag auch schon dem Ende unserer Bootstour entgegen. Angekommen in Corumbá geht auf einmal alles ganz schnell. Die Autos werden entladen, der Kapitän bezahlt und wir sind plötzlich wieder Landratten. Auf dem Weg zu unserem letzten Nachtlager in Corumbá spielt plötzlich „It‘s all over now, baby blue“ von den Animals im Radio und mir kullert eine Träne über beide Wangen. Das in den letzten Wochen erlebte wird noch eine ganze Weile nachwirken.
Den Rucksack vollgepackt mit etlichen Eindrücken, Erfahrungen und neuen Freundschaften heisst es nach einem letztem gemeinsamen Abendessen und Nachtlager am nächsten Morgen leider Abschied nehmen. Unsere Wege trennen sich wieder… Matthew und Stacey haben etwas Zeitdruck Patagonien zu erreichen bevor der Winter dort einbricht, Tomma und Julian wollen ihr Reisetempo wieder stark reduzieren und für uns beide rückt langsam aber sicher der Termin für die Rückverschiffung näher. Jedoch bin ich mir sicher… wir haben uns nicht das letzte mal getroffen.

Projekt Transpantaneira – VIELEN DANK
…das werden wir wohl niemals vergessen.
Damit unser gemeinsames Abendteuer durch Brasilien wirklich unvergessen bleibt, haben Matthew und Stacey diese Reise in einem wunderschönen Film festgehalten, den ich euch auf keinen Fall vorenthalten möchte! Für ein Teilen und Liken dieser begnadeten Filmemacher bin ich euch sehr dankbar.
Die grosse Überraschung…
Julianes Familie haben wir während unserer gesamten Zeit in Brasilien nicht erzählt, dass wir hier sind. Beinahe täglich mussten wir Julianes Mutter Bilder aus Bolivien und Peru schicken und erklären, dass wir auf dem Weg nach Paraguay sind. Einzig Julianes Onkel war eingeweiht, der eine Überraschungsparty für uns organisiert hatte. Und was soll ich sagen? Überraschung ist gelungen!
Momentan genießen wir ein paar Tage Sao Paulo bei Julianes Familie, bevor es für uns auf die „letzte“ lange Strecke in Richtung Montevideo geht um unser Auto wieder zu retournieren.
Bis bald liebe Freunde, mit lieben Grüßen aus Sao Paulo
Geschrieben am 28.02.2024
David & Juliane
hey Ihr zwei
das ist ja sagenhaft,unglaublich „eifach geil „was Ihr alles erleben dürft hebed witerhin sorg und passed uf öi uf
witerhin vill Glück
glg
heinz
LikeGefällt 1 Person
Sehr schön. Weiterhin gute Reise. Gruß Hubert
LikeGefällt 1 Person